Besuch & Klingelstress - Wenn der Hund völlig aus dem Ruder läuft
Klingelt es an der Tür, reagieren viele Hunde mit Bellen, Springen oder völliger Überforderung. Das ist kein „schlechtes Benehmen“, sondern meist eine Kombination aus Erregung, Unsicherheit und fehlender Strategie.
Warum Klingeln Stress auslöst
Die Türklingel kündigt etwas Unvorhersehbares an:
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Geräusch + Erwartung (Klingel wird zum Signal für Aufregung & Stress)
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Eindringen in den eigenen Raum (Territorium)
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hohes Aufregungslevel beim Hund
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Unvorhersagbarkeit stresst Hund
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emotionales Verhalten und Aufregung des Halters
Der Hund lernt schnell: Klingel = Ausnahmezustand.
Typische Reaktionen deines Hundes
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intensives Bellen
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hektisches Hin- und Herlaufen oder Kreisen
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Belauern der Türe
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Vorausrennen durch die Türe
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Anbellen und Anspringen von Besuch
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Rückzug oder Drohverhalten
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genaues Beobachten und Überwachen des Besuchs
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dauerhafte Anspannung und Unruhe
Je nach Hund und Rasse zeigen sich Stress und Aufregung sehr unterschiedlich.
Was deinem Hund nicht hilft
In hoher Erregung ist Lernen kaum möglich. Viele Hunde sind nicht ungehorsam, sondern einfach überfordert, weil ihnen Handlungsoptionen fehlen.
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Kommandos oder Anschreien des Hundes während hoher Aufregung
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laute Worte des Unbehagens durch den Halter
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Bestrafungen
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Anleinen an einen Gegenstand
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eine Zwischentüre schließen und Hund "alleine lassen"
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bei jedem Besuch eine andere Verhaltensweise zeigen (Halter)
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ein "Nein" oder "Aus", anstelle von klaren Regeln
Was hilft wirklich?
Erfolgreiches Training setzt an drei Punkten an:
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klare, immer gleiche Abläufe (Routinen)
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Training unterhalb der Stressschwelle und mit wenig Aufregung
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Alternativverhalten trainieren
Wichtig:
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Management vor Training
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realistische Trainingsschritte
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keine Strafen beim Klingelmoment
