Pubertät beim Hund - Wenn plötzlich alles anders ist
Viele Hundehalter erleben die Pubertät ihres Hundes als besonders herausfordernd: Der Hund „hört nicht mehr“, zeigt Unsicherheiten oder testet Grenzen. Wichtig zu wissen: Pubertät ist keine Erziehungsfrage, sondern eine normale Entwicklungsphase.
Wann beginnt die Pubertät beim Hund?
Die Pubertät beginnt meist:
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bei kleinen Rassen ab ca. 6 Monaten
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bei großen Rassen oft erst ab 9–14 Monaten
Sie kann sich über mehrere Monate ziehen und verläuft nicht linear.
Typische Verhaltensänderungen
In der Pubertät verändern sich Gehirn, Hormone und Wahrnehmung.
Häufige Anzeichen:
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scheinbarer „Gehorsamsverlust“ -->Probleme beim Abrufen von Gedächtnisinhalten
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erhöhte Ablenkbarkeit
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vermehrte Unsicherheit
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verstärktes Angst- und Aggressionsverhalten
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evtl. Aufkommen von Trennungsstress
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vermehrtes Neugier- und Erkundungsverhalten
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Übersprungshandlungen
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verstärktes Testen von Grenzen
Erlernte Signale sind nicht vergessen, aber schlechter abrufbar.
Was dein Hund jetzt braucht
In der Pubertät braucht dein Hund vor allem:
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Training von Ruhe & Entspannung
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klare, faire und beständige Führung
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verlässliche Strukturen
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realistische Erwartungen
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Training auf Beziehungsebene
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Routinen und Rituale
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Vorhersehbarkeit
Wichtig:
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weniger Wiederholungen
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mehr Pausen
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kein Straftraining
Häufige Fehler in der Pubertät
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zu hohe Anforderungen
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unbeständiges Verhalten
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unklare Führung
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Frust oder Ungeduld
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Vergleich mit „früher“
Pubertät ist kein Rückschritt oder absichtliches Fehlverhalten des Hundes, sondern Umbauarbeiten im Gehirn, mit denen dein Hund klarkommen muss.
Fazit - Pubertät ist vorübergehend
Ende der Pubertät:
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Hündin ist mit Beginn der 1. Läufigkeit nicht mehr in der Pubertät
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Rüde ist mit Beginn der Zeugungsfähigkeit (meist zeitgleich mit dem Urinieren mit gehobener Hintergliedmaße) nicht mehr in der Pubertät
Mit Verständnis, Struktur und angepasstem Training lässt sich diese Phase gut begleiten – und legt den Grundstein für einen stabilen erwachsenen Hund.
Du wünschst dir Unterstützung in dieser Phase?
