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Entwurmung - (k)ein Muss?

Das Thema Würmer sorgt bei vielen Hundehalter:innen für Unsicherheit. Lange Zeit galt: alle drei Monate entwurmen – unabhängig vom individuellen Risiko. Doch moderne Empfehlungen gehen differenzierter vor.

Auf dieser Seite findest du einen verständlichen Überblick über chemische Entwurmungsmittel, natürliche Ansätze und sinnvolle Alternativen – damit du eine informierte Entscheidung für deinen Hund treffen kannst.

Chemische Entwurmung – wirksam, aber nicht harmlos

Chemische Entwurmung

Chemische Entwurmungsmittel töten vorhandene Würmer zuverlässig ab. Sie wirken schnell und sind in bestimmten Situationen medizinisch notwendig – zum Beispiel bei nachgewiesenem Wurmbefall oder bei erhöhtem Infektionsrisiko.

Milbemax

Mit den Wirkstoffen Milbemycinoxim und Praziquantel bekämpft Milbemax Rundwürmer (z.B.: Spul-, Haken- und Peitschenwürmer) sowie Bandwürmer. Es dient ebenso der Vorbeugung der Herzwurmkrankheit.

Vorteile:

  • breites Wirkspektrum

  • zuverlässige Abtötung vieler Wurmarten

  • schnelle Wirkung

  • einfache Verabreichung

  • gezielt einsetzbar bei Befall

Nachteile:

  • mögliche Nebenwirkungen wie Durchfall, Erbrechen oder neurologische Symptome

  • nicht für Hunde unter 1kg Körpergewicht geeignet

  • Vorsicht bei Rassen mit MDR1-Defekt! --> Überempfindlichkeitsreaktionen

  • bei häufiger Anwendung Risiko von Resistenzentwicklungen

Advocate

Mit den Wirkstoffen Imidacloprid und Moxidectin bekämpft Advocate Rundwürmer, Herzwürmer, Lungenwürmer sowie äußerlichen Parasiten (Flöhe, Milben).

Vorteile:

  • kombinierte Wirkung gegen innere und äußere Parasiten

  • einfache Anwendung als Spot-on-Präparat

Nachteile:

  • nicht wirksam gegen Bandwürmer

  • mögliche Hautreizungen

  • nicht für sehr junge Welpen geeignet

  • bei häufiger Anwendung Risiko von Resistenzentwicklungen

Panacur

Mit dem Wirkstoff Fenbendazol bekämpft Panacur Rundwürmer, Bandwürmer und Giardien.

Vorteile:

  • auch für Welpen und trächtige Hündinnen geeignet

  • gute Verträglichkeit

  • einfache Verabreichung als Paste oder Tabletten

  • gezielt einsetzbar bei Befall

Nachteile:

  • längere Behandlungsdauer erforderlich (meist 3 Tage)

  • mögliche Nebenwirkungen wie Durchfall und Erbrechen

Drontal

Mit den Wirkstoffen Pyrantel und Praziquantel bekämpft Drontal Rund- und  Bandwürmer.

Vorteile:

  • wirksam gegen eine Vielzahl von Darmparasiten

  • einfache Verabreichung als Suspensio oder Tabletten

  • gezielt einsetzbar bei Befall

Nachteile:

  • nicht für sehr junge Welpen geeignet

  • mögliche Nebenwirkungen wie Durchfall und Erbrechen

Profender

Mit den Wirkstoffen Emodepsid und Praziquantel bekämpft Profender Rund- und  Bandwürmer.

Vorteile:

  • wirksam gegen eine Vielzahl von Wurmarten

  • einfache Anwendung als Spot-on-Präparat

Nachteile:

  • nicht für Welpen unter 8 Wochen geeignet

  • mögliche Hautreaktionen an der Applikationsstelle

Wichtig: Chemische Entwurmung behandelt vorhandene Würmer, schützt aber nicht vor Neuinfektionen.

Natürliche Hausmittel - sanft, aber begrenzt wirksam

Hausmittel

Viele natürliche Mittel werden zur Wurmabwehr empfohlen. Sie können die Darmgesundheit unterstützen, ersetzen jedoch keine medizinische Behandlung bei Befall.

Kokosnussöl

​Kokosnussöl enthält Laurinsäure, die wurmwidrige Eigenschaften haben soll. Vorteile: - unterstützt Darmgesundheit - hat antibakterielle & antiparasitäre Wirkungen - einfache Verabreichung Nachteile: - Wirkung nicht wissenschaftlich bewiesen - Durchfall bei übermäßiger Verabreichung

Möhren / Karotten

Karotten sollen durch ihre Faserstruktur helfen Würmer aus dem Darm zu schieben.​ ​ Vorteile: - enthält wertvolle Nährstoffe & Ballaststoffe - unterstützt die Verdauung & Darmgesundheit Nachteile: - muss roh und grob geraspelt gefüttert werden - keine direkte wurmabtötende Wirkung

Schwarzkümmelöl

​Schwarzkümmelöl hat antimikrobielle und möglicherweise wurmwidrige Wirkung. ​​Vorteile: - kann Immunsystem stärken - besitzt entzündungshemmende Eigenschaften Nachteile: - starker Geschmack, wird oft abgelehnt - Wirkung gegen Würmer nicht eindeutig belegt

Kürbiskerne

Kürbiskerne enthalten Cucurbitacin, das Würmer lähmt und sie so aus dem Darm ausgeschieden werden können. ​Vorteile: - enthält wertvolle Nährstoffe & Ballaststoffe - gilt als natürliches Mittel gegen Bandwürmer - einfache Verabreichung Nachteile: - Wirkung nicht wissenschaftlich bewiesen - keine garantierte vollständige Wurmbeseitigung - funktioniert eher vorbeugend als akut

Apfelessig

​Apfelessig soll das Darmmilieu so verändern, dass es für Würmer weniger attraktiv wird.​ Vorteile: - besitzt antibakterielle Wirkung - fördert die Verdauung & Darmflora Nachteile: - kann in größeren Mengen den Magen reizen (Übelkeit, Erbrechen) - sollte nur stark verdünnt gegeben werden

Walnüsse

​Walnüsse enthalten Bitterstoffe, die Würmer vertreiben soll. ​​Vorteile: - natürliche Antioxidanzienquelle - enthält gesunde Omega- Fettsäuren Nachteile: - in größeren Mengen unverträglich bis toxisch - Bitterstoffe können Magenreizungen verursachen

Wichtig: Natürliche Mittel eignen sich eher zur Begleitung und Vorbeugung, nicht zur Therapie.

Alternativen zur routinemäßigen Entwurmung

Alternativen

Kotuntersuchung

Bei einer parasitologischen Kotuntersuchung wird im Labor geprüft, ob tatsächlich Wurmeier oder abgestorbene Würmer vorhanden sind.

Vorteile:

  • keine unnötige Medikamentengabe bei negativem Untersuchungsergebnis

  • schont Darmflora und Organismus

Nachteile:

  • nicht alle Parasiten werden immer erkannt (z.B.: Herzwürmer)

  • zeitaufwendiger, da Kot über mehrere Tage gesammelt werden muss

Hygiene & Management

Konsequente Hygienemaßnahmen senken das Infektionsrisiko deutlich.

  • Kot im eigenen Garten zeitnah entfernen

  • Näpfe und Liegeplätze regelmäßig reinigen

  • Kontakt mit Aas, Kot und stehenden Gewässern vermeiden

  • Pfoten nach dem Spaziergang reinigen

  • regelmäßige Fellpflege

Ernährung & Immunsystem

Ein gesunder Darm und ein stabiles Immunsystem sind zentrale Faktoren der Parasitenabwehr.

  • ausgewogene, bedarfsgerechte Ernährung

  • ausreichender Einsatz von Ballaststoffen und Kohlehydraten für Darmbakterien (G.O.S., F.O.S. und M.O.S) sowie Kohlenhydraten, die schlechte Bakterien binden

  • Darmflora-Aufbau nach Medikamentengabe (z.B.: Sivomixx)

Du möchtest mehr über eine ausgewogene Ernährung deines Hundes erfahren?

Fazit: Was ist sinnvoll für meinen Hund?

Fazit

Eine pauschale Entwurmung „nach Kalender“ ist heute nicht mehr zeitgemäß.

Sinnvoll ist ein individuelles Vorgehen, das Lebensstil, Alter, Gesundheitszustand und Infektionsrisiko deines Hundes berücksichtigt.

Kotuntersuchungen, gezielte Entwurmung bei Bedarf und unterstützende Maßnahmen zur Darm- und Immungesundheit bieten einen ausgewogenen, verantwortungsvollen Weg.

Möchtest du mehr über den Schutz vor Parasiten oder Erkrankungen erfahren, die durch Parasiten übertragen werden können? Dann findest du Informationen dazu hier:

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